Die Ebene des Segnens von dem Selbst ohne Samen

Auf dieser Stufe üben wir die Vajra-Rezitation, die eine spezielle Methode zur Steuerung der inneren Winde ist. Wie bereits erwähnt, ist der Hauptzweck des Segnens von dem Selbst, die inneren Winde zu steuern. Das Segnen von dem Selbst mit Samen legt den Grundstein für die Segnung von dem Selbst ohne Samen, oder die Vajra-Rezitation. Wir beginnen wie früher mit der Visualisierung von dem Zentral-Kanal und dem unzerstörbaren Tropfen, aber, anstatt die Keimsilbe HUNG innerhalb von dem Tropfen zu visualisieren, visualisieren wir jetzt nur ein Nada, welches in der Natur unser sehr subtiler Wind ist. Deshalb wird bei dieser Praxis 'ohne Samen' gesagt.

Dieses winzige, dreimal gekrümmte Nada, in der Farbe Weiß und so fein wie die Spitze eines Haares, ist die Natur des subtilen lebenserhaltenden Windes am Herzen. Wir konzentrieren uns auf das Nada und stellen uns dann vor, dass von dem Nada unser lebenserhaltender Wind ausgeht und sich, wie weißer Weihrauch, sanft durch unseren Zentral-Kanal bewegt. Wie er aufsteigt, macht er den Sound von HUNG. Wir sollten fühlen, dass der Wind selbst diesen Sound macht, und dass unser Geist ihn einfach nur hört. Allmählich erreicht der lebenserhaltende Wind die Mitte von dem Hals-Kanal-Rad. Wir halten ihn dort für eine Weile, während er immer noch den Sound HUNG macht, und dann lassen wir ihn langsam absteigen. Wie er absteigt, macht der Sound OM. Schließlich erreicht er das Zentrum von dem Herz-Kanal-Rad und löst sich in das Nada auf. Er bleibt dort für eine kurze Zeit, während er den Sound AH macht. Dann steigt der lebenserhaltende Wind wieder auf zum Hals, den Sound HUNG machend, steigt ab und macht dabei den Sound OM, und verweilt in dem Nada den Sound AH machend. Wir sollten diesen Zyklus mehrmals wiederholen. Schließlich konzentrieren wir uns einsgerichtet nur auf den Wind, der in dem Nada am Herzen bleibt, während er den Sound AH macht.

Wenn wir eine gewisse Vertrautheit mit dieser Meditation gewonnen haben, ändern wir sie wie folgt: Wir beginnen wie vorher, aber, wenn der Wind aufsteigt, lassen wir ihn, anstatt an der Kehle zu bleiben, ohne Unterbrechung zu der Krone weiterfließen, während er die ganze Zeit den Klang HUNG macht. Er bleibt sehr kurz an der Krone und steigt dann langsam wieder ab zum Herzen, den Sound OM machend. Dann bleibt er für eine Weile am Herzen, den Sound AH machend. Wir wiederholen diesen Zyklus mehrmals. Schließlich konzentrieren wir uns nur auf den Wind, der am Herzen bleibt, während er den Sound AH macht.

Wenn wir eine gewisse Vertrautheit mit dieser zweiten Meditation gewonnen haben, stellen wir uns vor, dass der lebenserhaltende Wind aus dem unzerstörbaren Wind hervor kommt, der in der Form von dem Nada ist, und bis hin zu den Nasenlöchern geht, ohne an der Kehle oder Krone zu stoppen; und der, wie er aufsteigt, den Sound von HUNG macht. Er verweilt ganz kurz bei den Nasenlöchern und kehrt dann langsam zum Herzen zurück, den Sound OM machend, und bleibt an dem Herzen, während er den Sound AH macht. Wir wiederholen diesen Zyklus mehrmals und beenden ihn durch die einsgerichtete Konzentration auf den Sound AH am Herzen.

Durch diese Meditation wird unsere Erfahrung von dem Eintreten, dem Verweilen, und dem Auflösen der inneren Winde innerhalb von unserem Zentral-Kanal, viel stärker sein als zuvor und wir werden die acht Zeichen von dem Fata Morgana-artigen Erscheinen bis zu dem klaren Licht deutlicher als bisher wahrnehmen. Bis dies tatsächlich geschieht, sollten wir uns vorstellen, dass es funktioniert. So oder so, sollten wir einsgerichtet über das klare Licht der Glückseligkeit, vermischt mit Leerheit, und auf den sich aus dieser Vereinigung entwickelnden göttlichen Stolz, der Wahrheits-Körper von Heruka zu sein, meditieren. Dann, wie zuvor, entstehen wir in der Form von einem weißen Heruka und entwickeln den göttlichen Stolz, der Freuden-Körper von Heruka zu sein. Dieser weiße Heruka tritt durch die Krone von dem blauen Heruka, erzeugt zu Beginn der Sitzung, und bleibt an seinem Herzen; und wir entwickeln den göttlichen Stolz, der Ausstrahlungs-Körper von Heruka zu sein. Wir können die Sitzung nun entweder an dieser Stelle beenden und uns in den Aktivitäten der Meditations-Pause betätigen, oder wir können den ganzen Zyklus wiederholen.

Die Vajra-Rezitation hat zwei Hauptfunktionen:

(1) unsere inneren Winde, durch die Vereinigung von diesen mit dem Mantra, zu kontrollieren und
(2) die Knoten von dem Zentral-Kanal am Herzen aufzulösen.

In Bezug auf die erste Funktion ist es wichtig wenn wir diese Meditation machen, dass sich unsere inneren Winde in das Mantra verwandelt haben, so dass sie den Sound HUNG, OM, und AH machen. Der sehr subtile Wind ist die Wurzel aller Sprache, einschließlich dem Mantra. Unsere normale grobe Sprache hängt von den groben inneren Winden ab, die aus dem sehr subtilen inneren Wind entwickelt wurden. Wenn wir uns selbst als Gottheit erzeugen, betrachten wir unsere Sprache als das Mantra der Gottheit. Durch das Training in der Vajra-Rezitation reinigen wir nach und nach unsere inneren Winde. Da unsere inneren Winde rein werden, wird unser Geist rein, und auf diese Weise gewinnen wir mehr Kontrolle über unsere inneren Winde und damit unseren Geist. Wenn wir durch die Kraft der Meditation die Fähigkeit gewinnen, unsere inneren Winde zu veranlassen in den Zentral-Kanal einzutreten, dort zu verweilen und sich darin, einfach und ohne Hindernisse, aufzulösen, können wir sagen, dass wir unsere inneren Winde kontrollieren. Es gibt jedoch viele Ebenen der Kontrolle der inneren Winde. Es wird gelehrt, dass die Praktizierenden, welche die Vajra-Rezitation abgeschlossen haben, ihre inneren Winde mit den äußeren Winden in der ganzen Welt vermischen können, indem sie diese alle in dem Zentral-Kanal sammeln und alle Winde in das Mantra OM AH HUNG umwandeln. Durch die Kontrolle der Winde auf diese Weise erreichen sie viele besondere Wunderkräfte.

In Bezug auf die zweite Funktion, können wir durch die Vajra-Rezitation den Zentral-Kanal-Knoten am Herzen auflösen, aber nicht vollständig. Um diesen Knoten komplett aufzulösen, müssen wir entweder bis zum Tod warten oder müssen uns auf eine Aktions-Mudra verlassen. Wenn wir, durch die Praxis der Vollendungsstufe, die Herz-Kanal-Knoten vollständig auflösen, erreichen wir den isolierten Geist von dem ultimativen Beispiels-Klarem-Licht; und wenn wir von der Ausgeglichenheit zu dem ultimativen Beispiels-Klarem-Licht reisen, erreichen wir den illusorischen Körper. Dies ist ein tatsächlicher göttlicher Körper, kein von der Phantasie erzeugter Körper. Zusammenfassend, um den tatsächlichen göttlichen Körper zu erreichen, müssen wir das ultimative Beispiels-Klare-Licht erreichen, und um dies zu tun, müssen wir, durch das Training in der Vajra-Rezitation, die Knoten von dem Herz-Kanal-Rad auflösen.

Wenn wir bei der Vajra-Rezitation eine stabile Konzentration, in Verbindung mit dem lebenserhaltenden Wind, erreichen, dann können wir die Vajra-Rezitation in Verbindung mit den fünf Zweig-Winden, die durch die Tore der Sinne fließen, machen. Zum Beispiel ergibt sich der erste Zweig-Wind, der sich bewegende Wind, aus unserem sehr subtilen Wind und fließt bis zu unserem Augen-Organ, wo er unser Augen-Gewahrsein veranlasst, sich zu seinem Objekt, der visuellen Form, zu bewegen, wodurch es uns ermöglicht wird, zu sehen. Ohne diesen Wind, würden wir kein Augen-Gewahrsein haben. Derzeit ist dieser Wind unrein und dadurch ist unser Augen-Gewahrsein unrein und wir sehen nur eine unreine Welt. Allerdings, wenn wir unseren bewegenden Wind reinigen, wird unser Augen-Gewahrsein rein werden und wir können die Reinen Länder der Buddhas sehen.

Um den sich bewegenden Wind zu reinigen, konzentrieren wir uns auf den sich bewegenden Wind, der aus dem Nada, innerhalb von dem unzerstörbaren Tropfen, hervor kommt, nach oben zu den zwei Augen fließt, wieder absteigt und in dem unzerstörbaren Tropfen verweilt, wobei die Sounds HUNG, OM und AH gemacht werden. Wenn wir eine tiefe Erfahrung von dieser Meditation gewinnen, erreichen wir eine Augen-Hellsichtigkeit. Ebenso erreichen wir, durch den Gewinn von einer tiefen Erfahrung in der Vajra-Rezitation bei dem zweiten Zweig-Wind, dem sich intensiv bewegenden Wind, der das Ohren-Gewahrsein unterstützt, die Ohren-Hellsichtigkeit. Weitere Erklärungen, wie diese Meditationen zu tun sind und wie wir die äußeren Winde mit unseren inneren Winden vermischen, können in 'Tantrische Ebenen und Pfade' gefunden werden.
