Training in dem Yoga der nicht-dualen Tiefe und Klarheit

Dies ist eine besondere Art der Meditation auf der Erzeugungsstufe, die tiefgründiger als die relativ einfache oben beschriebene Meditation ist, und diese dient als Gegenmittel von sowohl gegen das Selbst-Greifen als auch gegen gewöhnliche Erscheinungen und gewöhnliche Konzeption. Wir beginnen mit dem Üben der einfachen, oben erläuterten, Erzeugungsstufen-Meditation und wie sich unsere Weisheit und Konzentration verbessert, verwandeln wir diese nach und nach in das Training von dem Yoga der nicht-dualen Tiefgründigkeit und Klarheit.

'Klarheit' bezieht sich auf das klare Erscheinen von dem gesamten Mandala, und 'Tiefgründigkeit' bezieht sich auf die Verwirklichung seiner Leerheit. Das Yoga der nicht-dualen Tiefgründigkeit und Klarheit ist eine Konzentration, bei welcher das Mandala und die Gottheiten klar erscheinen und bei der man gleichzeitig die Leerheit dieser Phänomene deutlich wahrnimmt. So ist das, was in dieser Konzentration erscheint, das Mandala und die Gottheiten und das, was erdacht ist, ist deren Leerheit von innewohnender Existenz.

Wenn wir zum Beispiel durch das Drücken auf unsere Augäpfel zwei Monde am Himmel sehen würden, würde uns ihre Erscheinung daran erinnern, dass es in der Wirklichkeit keine zwei Monde gibt. Ebenso erinnern einen Praktizierenden, der mit Leerheit und Klarheit vertraut ist, das klare Erscheinungsbild von dem Mandala und den Gottheiten, dass in Wirklichkeit das Mandala und die Gottheiten nicht von ihrer eigenen Seite her existieren. Diese eine Konzentration realisiert sowohl das klare Erscheinen von dem Mandala und den Gottheiten als auch ihren Mangel an wahren Existenz. Da diese Konzentration das klare Erscheinungsbild und seine Leerheit oder Tiefgründigkeit erkennt, sind diese von einer Natur: dies wird der 'Yoga der nicht-dualen Tiefgründigkeit und Klarheit' genannt. Sowohl die herkömmlichen Wahrheiten, das Mandala und die Gottheiten, als auch die letztendliche Wahrheit, die Leerheit von allen Phänomenen, sind die Objekte dieser einen einzigen Konzentration, welche sowohl eine Ansammlung von Verdienst als auch eine Ansammlung von Weisheit schafft und dadurch die Ursache sowohl für das Erreichen von einem Form-Körper als auch von einem Wahrheits-Körper von einem Buddha ist.

Die klare Wahrnehmung von den Gottheiten und dem Mandala, während der gleichzeitigen Realisierung ihrer Leerheit, hilft uns zu verstehen, dass das Erscheinen von dem Mandala und den Gottheiten sich aus dem Geist der Konzentration entwickelt, so wie sich Traumobjekte aus dem Geist des Schlafes entwickeln. Dadurch können wir verstehen, dass der Geist der Konzentration und seine Objekte die gleiche Natur haben. Diese Erfahrung ist wichtig für den Gewinn von höheren Realisationen in dem Höchsten Yoga-Tantra.

Obwohl das Objekt von dieser Meditation das gleiche wie das des ruhigen Verweilens auf der Erzeugungsstufe ist, ist der Weg des Meditierens ein anderer. Wir trainieren den Yoga der nicht-dualen Tiefgründigkeit und Klarheit wie folgt:

Zunächst erinnern wir uns, dass sich, wenn sich Guru Heruka in unseren Geist in unserem Herz aufgelöst hat, unseren Geist in spontane große Glückseligkeit umwandelt; und wir erinnern diese Erfahrung der Glückseligkeit. Mit diesem Geist der Glückseligkeit üben wir die serielle und umgekehrte Reihenfolge der überprüfenden Meditation und nehmen das allgemeine Bild von dem gesamten Mandala und den Gottheiten deutlich wahr; und zur gleichen Zeit entwickeln wir den göttlichen Stolz, Heruka zu sein. Mit unserem glückseligen Geist meditieren wir dann auf die klare Erscheinung von dem gesamten Mandala und auf den göttlichen Stolz, während wir gleichzeitig den Mangel von der innewohnenden Existenz aller Phänomene realisieren. Dadurch besitzt unsere Konzentration vier Eigenschaften:

(1) sie erfährt Glückseligkeit,
(2) sie meditiert auf klare Erscheinungen,
(3) sie meditiert auf göttlichen Stolz und
(4) sie realisiert die Leerheit aller Phänomene.

Durch das kontinuierliche Training in dieser Meditation wird unser Geist der Konzentration allmählich erkennen, dass die klare Erscheinung von dem Mandala und den Gottheiten, und deren Leerheit oder Tiefgründigkeit, nicht-dual sind. Mit dieser Erkenntnis haben wir das Yoga von der nicht-dualen Tiefgründigkeit und Klarheit vervollständigt und erleben mit unserem Geist der Glückseligkeit, dass die zwei Wahrheiten, konventionelle Wahrheit und absolute Wahrheit, von einer Natur sind. Wir haben klar erkannt, dass die Form und die Leerheit der Form von einer Natur sind, dass der Klang und die Leerheit von dem Klang von einer Natur sind, und so weiter. Mit dieser Erfahrung versuchen wir während der Meditations-Pause, zu erinnern und zu erkennen, dass alles, was in unserem Geist erscheint, die Natur der Leerheit ist. Da die Leerheit aller Phänomene und die große Glückseligkeit von Heruka untrennbar miteinander verbunden sind, ist alles, was uns erscheint, die Natur der großen Glückseligkeit von dem endgültigen Heruka. Mit diesem Verständnis sollten wir jedes Phänomen, das uns erscheint, als die Natur von dem definitiven Heruka ansehen. Durch das Aufrechterhalten dieser Ansicht, bei Tag und Nacht, werden uns unsere gewöhnlichen Erscheinungen und Vorstellungen verlassen und wir werden die Erleuchtung schnell erlangen.
